Ommel

Das Schöne am Tourensegeln ist, dass man sich Zeit nehmen kann. Es gibt beispielsweise keinen Zwang nachmittags in den nächstbesten Hafen zu eilen. Es ist ja alles an Bord. Wir sind zum Erholen gekommen. Nirgendwo klappt das besser als in Dänemark – sofern es gelingt die übliche Hektik für einige Tage an Land zu lassen. Also segeln wir in den Abend hinein, werden irgendwann irgendwo im Schutz eines Ufers übernachten, wo der Wind das Wasser sacht das Boot entlang murmeln lässt. Die dänische Südsee ist ein nahezu geschlossenes Binnengewässer.

Der neue Plotter lotst uns außerhalb des markierten Fahrwassers im flachen Gewässer sicher um Inseln, Sandbänke und Steine. An besonderen Plätzen haben die Dansk Tursejler, der Verband dänischer Fahrtensegler, sogar spezielle Bojen für Gäste ausgelegt.

Das Boot pendelt auf drei Metern Wasser in der Abendbrise. Eine Dusche im Ankerkasten, ein Glas Weißwein. Der Blick schweift über den Bug zu den Wiesen an das bewaldete Ufer von Ommel, einer Siedlung auf Ærø westlich von Marstal. Wir haben alles, was wir die Nacht über brauchen – vor allem die lange entbehrte Stille. Hier können wir uns auf sie einlassen.