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Guter alter Kleiderbügel

Seit 1963 überwölbt die Fehmarnsundbrücke die Meerenge zwischen dem Festland und Fehmarn. Von Bord aus gesehen erscheint die Ostsee dies- und jenseits der Spannbogenbrücke wie zwei getrennte Meere. Abgesehen von schemenhaften Küstenstrichen sind in der Mecklenburger und der Kieler Bucht bis zum Horizont nur Wasser zu sehen. Ostwärts lockt hinter der Kadetrinne der Darss, die Insel Hiddensee und das idyllische Boddengewässer …

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Wenn der Lack ab ist

Es war im vergangenen Segelsommer unübersehbar. Der Reitbalken mit dem Steuerstand aus lackiertem Teak kriegte Patina. Die einst glänzende Owatrol-Versiegelung verblich, der Lack war sprichwörtlich ab. Vor und hinter dem Steuerbock zogen sich Risse durchs Gebälk. Also baue ich ihn gleich Anfang Oktober im Winterlager aus. Den alten Lack mit der Klinge abziehen, das Teak anschleifen, die Risse schließen und …

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Septembersegeln

Vor einigen Jahren begegnete ich in Lemkenhafen zwei Michaels aus Berlin. Gemeinsam mit André, Sonntag dann mit Carola und Christoph, verbrachten wir ein Wochenende mit Spinnakersegeln, einem interessanten Am Wind-Kurs, der Begegnung mit einem Wikingerschiff und einem Badestopp rings um Fehmarn. Seitdem sind die beiden Michaels ein bis zwei Mal jährlich an Bord. Bereits das zweite Mal begleitet von Miguel, …

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Die Neue

Sie hat acht Quadratmeter mehr als die alte Fock, ist aus schwerem Tuch und wurde von einem Segelmacher genäht, der sein Handwerk versteht. Ihr Achterliek wurde wie beim Großsegel mit einer oben durchgehenden Latte und drei etwas kürzeren Latten darunter stabilisiert. Deshalb lässt sich die neue Fock nicht wie die anderen Vorsegel in einem handlichen Sack unter Deck verstauen. Sie …

Der Sommer kann kommen

Bereits beim alljährlichen Einwintern des Bootes im Herbst werden die Weichen für die kommende Segelsaison gestellt. Im Oktober sind erste Jobs gemacht und zu reparierende Teile ausgebaut. Den Dieseltank habe ich im Herbst geleert und gereinigt. Spritfilter und die Dichtungen des Kraftstoffsystems sind ersetzt. Kleinigkeiten wie die angehobene Spritentnahme im Tank und ein Detail der Motorinstallation verbessere ich bei der …

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Der Start

Es ist eine Binsenweitheit: Regatten werden beim Start entschieden. Schon klar, wie aber kommen einige Tonnen, verteilt auf 16 m Länge, angetrieben von einigen Quadratmetern Tuch beim Schuß in voller Fahrt über die Linie? Ohne Abdeckung der Konkurrenz in Luv oder Verwirbelungen von Seglern in Lee voraus, die den Auftakt ins Rennen übel bremsen? Segelfreund Ralph von der Hamburger Alster …

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Länge läuft

Es ist eine vielzitierte Seglerweisheit: je länger das Boot, desto schneller ist es. Gamle Swede ist mit 16 Metern und knapp 13 m Konstruktionswasserline unterwegs. Als Konstruktionswasserlinie wird die Länge des stehenden Bootes bezeichnet. Diese streckt sich beim Segeln durch die Überhänge am Bug und Heck auf  14 – 15 m. Demnach liegt die Rumpfgeschwindigkeit bei neun Knoten. Ein Segelboot …

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Sprechen Sie Deutsch?

Ich schon. Deshalb rede ich mit Gästen an Bord Deutsch statt Nautisch. Natürlich hat die Seglersprache den Vorteil, für jedes Bauteil eines Bootes in jeder Situation an Bord den richtigen Begriff parat zu haben. Da gibt es keine Mißverständnisse, sofern jeder an Bord diese Fachsprache versteht. Nautisch besteht aus sage und schreibe 5.500 Begriffen: von Achter- und Backstag, über Cunningham, …

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Ein zentraler Gesichtspunkt

Sind Sie schon mal mit Ihrem Auto im Winter mit teils enteister Scheibe losgefahren? Dann kennen Sie die Beklemmung mit eingeschränkter Sicht unterwegs zu sein. Diesen Zustand gab es bei Gamle Swede in Gestalt eines Sprayhood bis in die Achtzigerjahre auch. Sprayhood wird das Kinderwagen-ähnliche Klappverdeck vor der Sitzmulde praktisch jeder Fahrtenyacht genannt. Es schützt angenehm vor Wind, Spritzwasser und …

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Keldsnor Fyr

Der Wetterbericht hat für das erste Septemberwochenende sonniges Wetter und ein laues Lüftchen angekündigt. Da es die Tage vorher auch ruhig war, wird die Ostsee glatt sein wie die Hamburger Binnenalster. Jens und Sascha sind aus Dresden zum Segeln gekommen. Die Beiden waren vor Jahren schon mal an Bord. Damals hatte Sascha von seiner Freundin ein Segelwochenende geschenkt bekommen, ein …

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Was ich zum Segeln brauche

Bei Bootsmessen, einem Blick in Zeitschriften oder Kataloge der Bootsausrüster staune ich immer, was es alles gibt. AIS-Tracker für Schiffsinfos, motorisierte Ankerwinschen, Bugstrahlruder, Radar, Satcom-Kuppeln, Sonnenkollektoren, Windgeneratoren, Windmessanlagen, fließend warmes Wasser, Heizung, Klimaanlage und weitere elektrische oder hydraulische Helfer. Ich kann hier nicht den nautischen Minimalismus predigen, wie ihn der legendäre Weltumsegler und Aussteiger Bernard Moitessier einst mit seiner Joshua …

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Eine ungewöhnliche Replik

Als sich Glasfaser verstärkter Kunststoff in den Siebzigerjahren im Bootsbau durchsetzte, hatten die Liebhaber schöner Boote ein Problem. Ein Drachen, ein Lacustre, ein 30er Schärenkreuzer oder das charmante Folkeboot erschien gegenüber einem Serienboot aus GfK zu teuer. Denn diese Boote gab es nur in Holz. Hinzu kam die Pflege. Der Lack eines Holzbootes muß regelmäßig angeschliffen, gelegentlich komplett abgezogen und …

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Was gibt’s denn da zu jammern?

Aus gegebenem Anlaß muß ich mal was über den Sommer schreiben. Den Sommer des vorletzten, des vergangenen Jahres und den achteraus liegenden. Es geht also um die für einen normalen Menschen erinnerbare Zeitspanne nach Früher, wo bekanntlich alles besser war, auch der – eben. Alle Böötler behaupten unisono, dass der Sommer neuerdings zu windig und böig, zu naß und kalt, …

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Was für ein Fest

Ein Samstagabend an der südlichen Einfahrt zum Großen Belt. Nach einigen Stunden bei wenig bis gerade noch segelbarem Wind hat sich der Nordwest zur konstanten Abendbrise verstetigt. Wir dümpeln nicht mehr mit müßigen 0,8 bis knapp drei Knoten durch die weite Wasserfläche der Kieler Bucht. Jetzt jagen wir mit rauschender Fahrt dem Ostufer Langelands entgegen. Lange sah es so aus, …

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Können wir einfach so hier bleiben?

Diese Frage wird mir bei der Ansteuerung eines Ankerplatzes oft gestellt. Auch beim Vertäuen der Ankerleine am Bug und Aufhängen des vorgeschriebenen Ankerballs gibt es bei den Mitseglern noch skeptische Blicke. Verstehe ich gut. Denn wir modernen Menschen sind dem Draußensein entwöhnte Haustiere. Ständig sind wir in geschützten Räumen: Unterwegs zur Arbeit, beim Arbeiten und natürlich zu Hause. Aber diesmal …